Die homöopathische Therapie

Die Homöopathie (von griech. "homoion pathos" = ähnliches Leiden), von Christian Friedrich Samuel Hahnemann begründet, gewinnt immer mehr an Bedeutung. Ihr Grundprinzip ist die Simile-Rigel: "Similia similibus curentur" - Mögen Ähnliche durch Ähnliche geheilt werden.


In der homöopathischen Therapie üben verdünnte und potenzierte Arzneistoffe einen Reiz auf den Organismus aus. Durch die Verdünnung werden die Substanzen ungiftig und durch die Potenzierung soll der Arzneireiz verstärkt werden. Durch diesen wird im Organismus eine „Kunstkrankheit“ hervorgerufen, die der zu behandelnden Krankheit ähnlich ist. Der Körper antwortet dann mit einem Gegenreiz, mit der Regulation. Dieses Wirkungsprinzip ist auch als „Prinzip des kleinen Reizes“ bekannt.

Hahnemann wusste um die Toxizität vieler Substanzen und verdünnte und potenzierte daher die Arzneien. Die Herstellungsverfahren sind in Deutschland im Homöopathischen Arzneibuch beschrieben.
Es gibt drei verschiedene Arten, ein Arzneimittel auf homöopathischem Wege zu verdünnen bzw. zu potenzieren:

• die D-Potenz mit den Verdünnungsstufen 1 : 10
• die C-Potenz mit den Verdünnungsstufen 1: 100
• die LM- oder Q-Potenz mit den Verdünnungsstufen 1 : 50.000

Die LM- oder Q-Potenzen eigenen sich nicht zur Behandlung akuter oder subakuter Erkrankungen, da hierfür zu hoch verdünnt wird.
Der Verdünnungsgrad einer Potenz ist wie folgendermaßen angegeben. Zuerst wird erklärt, wie verdünnt wurde (D = 1 : 10, C = 1 : 100, LM = 1 : 50.000), die darauf folgende Zahl gibt an wie oft verdünnt wurde.
So bedeutet beispielsweise, dass D 3 dreimal 1 : 10 verdünnt wurde (also insgesamt 1 : 1000), D 6 sechsmal 1 : 10 verdünnt wurde (also insgesamt 1 : 1.000.000) und D 12 zwölfmal 1 : 10 verdünnt wurde (also insgesamt 1 : 1.000.000.000.000). Entsprechendes gilt für die C- und LM-Potenzen, wobei hier 1 : 100 bzw. 1 : 50.000 verdünnt wird. Entsprechender Weise ist die C 3-Potenz insgesamt 1 : 1.000.000, die C 6-Potenz insgesamt 1 : 1.000.000.000.000 verdünnt.
Also ist der Arzneistoff umso höher konzentriert, je niedriger die Potenzstufe (die Zahl) ist.

Eine Dosierungsempfehlung kann nicht direkt angegeben werden, da diese individuell angepasst werden sollte. Allerdings gibt es je nach Potenzstufe Dosierungsrichtlinien, die eine Orientierung bezüglich der Dosierung ermöglichen:

Für Erwachsene gilt:
Bei tiefen Potenzen (bis D 10 bzw. C 10) werden bei akuten Beschwerden stündlich 5-10 Tropfen, 5-10 Globuli oder 1 Tablette bis zum Eintritt einer Besserung verabreicht, jedoch höchstens zwölfmal täglich. Danach werden dreimal täglich 5-10 Tropfen, 5-10 Globuli oder 1 Tablette eingenommen. Chronische Erkrankungen werden ein- bis dreimal täglich mit 5-10 Tropfen, 5-10 Globuli oder 1 Tablette behandelt.
Bei der Verwendung von mittleren Potenzen (bis D30 bzw. C 30) wird die Einnahme folgendermaßen empfohlen: bis zweimal täglich 5-10 Tropfen, Globuli oder 1 Tablette.
Hohe Potenzen (ab D 30 bzw. C 30) werden einmal täglich eingenommen (5-10 Tropfen, 5-10 Globuli oder 1 Tablette). Bei akuten Beschwerden kann die Gabe gegebenenfalls wiederholt werden.

Für Kinder gilt:
Säuglinge im ersten Lebensjahr erhalten ein Drittel der Erwachsenendosis. Kleinkinder bis zum sechsten Lebensjahr erhalten die Hälfte der Erwachsenendosis. Kinder zwischen dem sechsten und zwölften Lebensjahr erhalten zwei Drittel der Erwachsenendosis.